Die Begrenzung des LNG-Imports in Deutschland ist eine strategische Maßnahme, die darauf abzielt, den Verbrauch von verflüssigtem Erdgas (LNG) zu kontrollieren und zu reduzieren, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und den Treibhausgasausstoß zu senken.
Durch die Reduzierung der LNG-Importe fördert die Initiative aktiv den Ausbau und die Nutzung erneuerbarer Energien sowie nachhaltiger Energiequellen, was essenziell für die Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und die Bekämpfung des Klimawandels ist. Indem Anreize für den Einsatz emissionsfreier Technologien gesetzt werden, wird nicht nur der Übergang zu einer umweltfreundlichen Energieversorgung beschleunigt, sondern auch die Innovation und Verfügbarkeit von nachhaltigen Energiealternativen gefördert. Gleichzeitig minimiert der Verzicht auf langfristige Lieferverträge und umfangreiche Investitionen in die LNG-Infrastruktur das finanzielle Risiko und erhöht die Energieversorgungssicherheit durch eine diversifizierte und flexible Energieinfrastruktur.
Deutschland bezieht das LNG überwiegend aus den USA.
Quelle: Statista (2023)
Die Emissionen, die in der Vorkette von in die EU importiertem LNG entstehen, übertreffen durchgehend jene der pipelinegebundenen Gaslieferungen und können im Extremfall mehr als das Siebenfache betragen.
Quelle: Umweltbundesamt (2019)
Vergleicht man diese Emissionen mit den Emissionen aus der Verbrennung von Braun- und Steinkohle (ohne die vorgelagerten Prozesse), zeigt sich, dass die Emissionen des LNG-Pfades deutlich niedriger sind.
Quelle: Umweltbundesamt (2019)
Ausführliche Maßnahmenbeschreibung
Die Gesetzgebungsmaßnahme besteht aus mehreren Teilmaßnahmen, die unabhängig von einander bestehen können. Erstens könnte eine emissionsfreie Investitionsstrategie ausgearbeitet werden, die Anreize für Investitionen in erneuerbare Energien und emissionsfreie Technologien schafft, um den Übergang zu nachhaltiger Energie zu beschleunigen. Zweitens kann auf langfristige Lieferverträge für LNG verzichtet werden, um die Flexibilität bei der Energiebeschaffung zu erhöhen und besser auf aktuelle Bedürfnisse und Marktentwicklungen reagieren zu können. Drittens können Investitionen in LNG-Infrastruktur begrenzt werden, wodurch Ressourcen verstärkt in den Ausbau erneuerbarer Energien und nachhaltiger Technologien gelenkt werden, um die Umweltauswirkungen zu verringern und den Weg für eine kohlenstoffarme Zukunft zu ebnen.
Potentiale
Die Planung von LNG-Terminals übersieht die mit dem Bau verbundenen Emissionen, die die Energiewende erschweren und verlangsamen könnten, da immer mehr Länder eine fortgeschrittenere Phase der Energiewende erreichen.
Quelle: Brauers, H. (2021)
Die Verknappung fossiler Energieträger zwingt die Gesellschaft zur Beschleunigung der Transformation zu einer klimaneutralen Energieversorgung. Das wird dazu führen, dass die gesetzten Ziele für den Klimaschutz greifbarer werden. Ein gewünschter Begleiteffekt: Die Energie wird mittelfristig preiswerter, weil erneuerbare Energien schon
heute preiswerter sind als fossile.
Quelle: Prognos AG (2023)
Risiken
Weil durch die Maßnahme das gegenwärtig weithin (insbesondere in Mietshäusern) gebräuchliche Gas für Heizzwecke verknappt und damit verteuert wird, werden viele Menschen mit geringen Einkommen möglicherweise die Energiekosten nicht mehr bezahlen können. Deshalb müssen Mechanismen geschaffen werden, um genau diese Menschen zu unterstützen. Denn sie haben nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten sich der verändernden Situation anzupassen. Dies könnte bürokratiearm durch ein Energiegeld erfolgen, das für alle gleich ist und aus den Einnahmen aus dem Handel mit THG-Zertifikaten finanziert wird.
Ebenso wie bei den Heizkosten wird Gas auch für die Industrie teurer. Das betrifft nicht nur die Erzeugung von Heizwärme sondern auch den Einsatz von Gas in industriellen Prozessen. Unter den gestiegenen Energiekosten könnte die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen leiden. Sie könnten zur Betriebsverlegung in Länder mit geringeren Energiekosten animiert werden, was in Deutschland den Verlust von Arbeitsplätzen bedeuten würde. Andererseits wird sich die Situation hinsichtlich der Kosten für fossile Energieträger auch in anderen Ländern ähnlich entwickeln wie in Deutschland, möglicherweise mit einem zeitlichen Verzug. Es sollten Anreize verstärkt werden, um die Dekarbonisierung der Industrie voranzutreiben. Dies könnten beispielsweise Dekarbonisierungsprämien sein, um Erdgas durch Wasserstoff in industriellen Prozessen zu ersetzen. Sofern sich Unternehmen ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen (Strom und Wärme) versorgen, könnten verbilligte Stromtarife bzw. Wasserstofftarife angeboten werden. Zudem könnten Sonderabschreibungsmöglichkeiten für Investitionen zur Eigenversorgung mit erneuerbaren Energien und / oder die Gründung von und Beteiligung an Energieversorgungsgemeinschaften eingeführt werden.
Deutschland ist verpflichtet, die Terminals für die nächsten 19 Jahre auszulasten. Eine Verlängerung der Betriebserlaubnis ist möglich, wenn der Terminalbetreiber rechtzeitig nachweist, dass die Umrüstung auf Wasserstoff bis zum festgelegten Stichtag abgeschlossen sein wird.
Quelle: § 5 LNG-Beschleunigungsgesetz
Teilmaßnahmen
Brauers, H. (2021) Coal and natural gas lock-ins. Dissertation, S. 66 ff..
Prognos AG, (2023) Srikandam, R., Lübbers, S., Kreidelmeyer, S., Bornemann, M., Hobohm, J. , LNG-Bedarf für die deutsche Energieversorgung im Prozess des Übergangs zur Klimaneutralität.
Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, (2019) Diekmann, A. ; Bruderer Enzler, H. , Eine CO2-Abgabe mit Rückerstattung hilft dem Klimaschutz und ist sozial gerecht.
Sachverständigenrat Wirtschaft, Kapitel 5, Energiekrise und Strukturwandel: Perspektiven für die deutsche Industrie, 2023, S. 56 ff.
Wuppertal Institut, (2022) E3G, Institute for Energy Economics and Financial Analysis, neon, Koch, M. et al., Bezahlbare Wärme ohne Flüssigerdgas.
Statista, Johnson, M. (2023). Woher Deutschland sein Flüssiggas bezieht, Daten von August 2023
Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg, Münter, D., Liebich, A.(2023). Analyse der Treibhausgasintensitäten von LNG-Importen nach Deutschland
Umweltbundesamt (2019). Wie klimafreundlich ist LNG? Kurzstudie zur Bewertung der Vorkettenemissionen bei
Nutzung von verflüssigtem Erdgas, S. 22 ff.
LNG-Beschleunigungsgesetz vom 24. Mai 2022 (BGBl. I S. 802), das zuletzt durch Artikel 6 des Gesetzes vom 3. Juli 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 225) geändert worden ist
Zuständige Bundesminister:innen
Bundestagsabgeordnete aus den zuständigen Ausschüssen
Brauers, H. (2021) Coal and natural gas lock-ins. Dissertation, S. 66 ff..
Prognos AG, (2023) Srikandam, R., Lübbers, S., Kreidelmeyer, S., Bornemann, M., Hobohm, J. , LNG-Bedarf für die deutsche Energieversorgung im Prozess des Übergangs zur Klimaneutralität.
Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, (2019) Diekmann, A. ; Bruderer Enzler, H. , Eine CO2-Abgabe mit Rückerstattung hilft dem Klimaschutz und ist sozial gerecht.
Sachverständigenrat Wirtschaft, Kapitel 5, Energiekrise und Strukturwandel: Perspektiven für die deutsche Industrie, 2023, S. 56 ff.
Wuppertal Institut, (2022) E3G, Institute for Energy Economics and Financial Analysis, neon, Koch, M. et al., Bezahlbare Wärme ohne Flüssigerdgas.
Statista, Johnson, M. (2023). Woher Deutschland sein Flüssiggas bezieht, Daten von August 2023
Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg, Münter, D., Liebich, A.(2023). Analyse der Treibhausgasintensitäten von LNG-Importen nach Deutschland
Umweltbundesamt (2019). Wie klimafreundlich ist LNG? Kurzstudie zur Bewertung der Vorkettenemissionen bei
Nutzung von verflüssigtem Erdgas, S. 22 ff.
LNG-Beschleunigungsgesetz vom 24. Mai 2022 (BGBl. I S. 802), das zuletzt durch Artikel 6 des Gesetzes vom 3. Juli 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 225) geändert worden ist
Zuständige Bundesminister:innen
Bundestagsabgeordnete aus den zuständigen Ausschüssen