Kernfusion bezeichnet Kernreaktionen, bei denen zwei Atomkerne zu einem neuen Kern verschmelzen. Dieser Prozess setzt große Mengen Energie frei und gilt als potenziell hocheffiziente Energiequelle.
Die Kernfusion wird als die letzte primäre Energiequelle betrachtet, die die Menschheit noch nicht nutzt. Ihr Potenzial ist gewaltig: Sie ist effizienter als andere Energiequellen, produziert im Vergleich zur Kernspaltung weniger radioaktiven Müll mit kürzerer Zerfallszeit und birgt keine Gefahr unkontrollierter Kettenreaktionen. Zudem setzt sie keine Treibhausgase frei, was sie zu einer umweltfreundlichen Option macht.
Wenn die Kernfusion marktreif wird, könnte sie signifikant zur Reduktion von Treibhausgasemissionen beitragen, da sie eine saubere Energiequelle darstellt. Die benötigten Brennstoffe, Wasserstoffisotope wie Deuterium und Tritium, lassen sich aus Meerwasser und Lithium gewinnen.
Obwohl die Kernfusion großes Potenzial hat, ist sie aufgrund der aktuellen technologischen Herausforderungen und der langen Entwicklungsdauer noch nicht marktreif. Bisher konnte kein Prozess etabliert werden, der mehr Energie freisetzt als er verbraucht. Forscher:innen arbeiten seit den 1950er Jahren daran, und die ersten marktfähigen Fusionskraftwerke werden frühestens Mitte der 2040er Jahre erwartet.
Die größten Hürden für die Kernfusion sind die extrem hohen Temperaturen und Drücke, die zur Verschmelzung der Wasserstoffisotope benötigt werden. Diese Bedingungen sind auf der Erde schwer und energieaufwendig herzustellen. Weitere Herausforderungen sind die Entwicklung geeigneter Materialien für die Reaktorwände, der Fachkräftemangel sowie regulatorische und gesetzliche Hindernisse. Daher kommt die Kernfusion als energiepolitische Option zu spät, um die aktuellen Klimaziele zu erreichen. Bis zur Marktreife der ersten Fusionsreaktoren sollten erneuerbare Energiequellen wie Sonne, Wind und Biomasse den Hauptteil der Stromerzeugung übernommen haben.
Fusionstechnologie steht frühestens 2045 bereit.
Intensive Forschung ist für die marktreife notwendig.
Quelle: Strategy& (2023)
FAQ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (2023), zuletzt abgerufen: 17 Mai 2024
Bundesministerium für Bildung und Forschung (2023)Positionspapier Fusionsforschung - Auf dem Weg zur Energieversorgung von morgen
Alexander, N., Betti, R., et al. (2021) Memorandum Laser Inertial Fusion Energy
Hörning, G., Keck, G., & Lattewitz, F. (n.d.) (2023) Fusionsenergie-eine akzeptable Energiequelle der Zukunft?
Strategy&, Korinski, A. (2023) Fusion Energy: The key to the future energy architecture
Zuständige Bundesminister:innen
Bundestagsabgeordnete aus den zuständigen Ausschüssen
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