Als hypothetisch emissions- und strahlungsfreier Technologie wird der Kernfusion erhebliches Potenzial zur Energieversorgung zugeschrieben. Dafür braucht es jedoch weitere Förderung, die nicht auf Kosten des Ausbaus erneuerbarer Energien gehen sollte.
Die Erhöhung der Investitionen in die Fusionsforschung könnte Deutschland langfristig eine führende Rolle bei der Entwicklung einer nachhaltigen, grundlastfähigen Energiequelle sichern. Durch verstärkte finanzielle Unterstützung könnte der Entwicklungsprozess beschleunigt und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im globalen Energiemarkt gestärkt werden.
Forschungsbudgets belaufen sich in Deutschland auf 225 Mio. Euro und stehen 1,27 Mrd. Euro in den USA gegenüber.
Quelle: Strategy& (2023)
Als eine der wenigen Forschungseinrichtungen erforscht das Max-Planck-Institut sowohl die beiden aussichtsreichsten Technologien in diesem Bereich, das Tokamak- als auch das Stellarator-Konzept. Außerdem hat die deutsche Industrie jahrzehntelange Erfahrung mit Reaktortechnik.
Ausführliche Maßnahmenbeschreibung
Die Kernfusion wird häufig als eine vielversprechende Lösung für die Herausforderungen der Energiewende dargestellt. Ihre grundlastfähigen Eigenschaften, Skalierbarkeit und der geringe Bedarf an Ressourcen machen sie zu einer attraktiven Option. Zudem lässt sich die Kernfusion nahtlos in die bestehende Energieinfrastruktur integrieren. Internationale Expert:innen prognostizieren, dass das erste Fusionskraftwerk bis 2045 realisiert werden könnte, vorausgesetzt, es treten keine unvorhergesehenen Komplikationen auf. Diese Technologie könnte maßgeblich dazu beitragen, die Restemissionen zu reduzieren und die Kapazität der Energieversorgung nach 2045 erheblich zu erweitern.
Deutschland plant bereits Investitionen in Höhe von 370 Millionen Euro bis 2028 und hat die Gründung der "Pulsed Light Technologies GmbH" angekündigt. In Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft soll diese Gesellschaft die Entwicklung der Infrastruktur für die lasergetriebene Fusion vorantreiben. Die Investitionen sollen bis 2030 auf eine Milliarde Euro ansteigen. Trotz dieser Bemühungen sind die Investitionen in Ländern wie den USA größer, was Deutschland vor die Herausforderung stellt, den Anschluss nicht zu verlieren. Die Voraussetzungen für die Forschung in Deutschland sind aufgrund breiter bisheriger Aktivitäten jedoch sehr gut, was eine Erhöhung der Investitionen besonders sinnvoll erscheinen lässt.
Demnach stellt sich die entscheidende Frage der Höhe der Fördermittel. Mit zusätzlichen Fördermitteln könnte Deutschland in 20 Jahren bei einer relevanten Technologie eine führende Rolle einnehmen. Dies würde nicht nur die nationale Energiesicherheit stärken, sondern auch internationale Wettbewerbsvorteile verschaffen. Derzeitige Prognosen zeigen, dass die Kernfusion zu spät bereitstehen könnte, um die 1,5- oder 2-Grad-Grenze einzuhalten. Durch eine erhöhte Investition könnte der Entwicklungsprozess jedoch beschleunigt und die Realisierung möglicherweise früher erreicht werden.
Potentiale
Fusion ist grundlastfähig, skalierbar und kommt mit wenigen Ressourcen aus. Zudem ist sie anschlussfähig an die bereits existierende Energieinfrastruktur.
Nach unterschiedlichen Angaben, werden 2050 noch weitere Emissionen aus dem Stromsektor ausgestoßen, die durch Strom aus Fusionsreaktoren ersetzt werden können.
Quelle: Strategy& (2023)
Durch die Investitionen kann in Deutschland können "Hubs" oder "Exzellenzzentren" geschaffen werden, weshalb internationale Expert:innen nach Deutschland kommen würden, die für die Entwicklung der für Deutschland wichtigsten Wissenschaft und Technologien mit dem höchsten Return-on-Investment sorgen können.
Risiken
Wenn Fusionsenergie politisch fokussiert wird, könnten die Bemühungen zum Ausbau der Erneuerbaren zurückgestellt werden. Hierdurch würde so viele Emissionen ausgestoßen werden, dass die Ziele des Pariser Klimaabkommens weit verfehlt werden.
Wie üblich in der Forschung, können die Investitionen keine Früchte tragen. Wenn Forscher*innen aus anderen Ländern die Ergebnisse schneller erriechen und die Übersetzung in wirtschaftliche Strukturen besser organisiert wird, wären die Investitionen in Deutschland zwecklos.
Im Rahmen des einzigartigen ITER-Projekts soll die größte Fusionsanlage der Geschichte gebaut werden, um zu zeigen, dass die Kernfusion als Energiequelle der Zukunft wissenschaftlich und technologisch machbar ist.
Strategy&, Korinski, A. (2023) Fusion Energy: The key to the future energy architecture
Hassanein, A., Sizyuk, V. (2021) Scientific Reports 11 2021, Potential design problems for ITER fusion device
Bundesministerium für Bildung und Forschung (2023)Positionspapier Fusionsforschung - Auf dem Weg zur Energieversorgung von morgen
Alexander, N., Betti, R., et al. (2021) Memorandum Laser Inertial Fusion Energy
Hörning, G., Keck, G., & Lattewitz, F. (n.d.) (2023)
Fusionsenergie-eine akzeptable Energiequelle der Zukunft?
Zuständige Bundesminister:innen
Bundestagsabgeordnete aus den zuständigen Ausschüssen
Im Rahmen des einzigartigen ITER-Projekts soll die größte Fusionsanlage der Geschichte gebaut werden, um zu zeigen, dass die Kernfusion als Energiequelle der Zukunft wissenschaftlich und technologisch machbar ist.
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