Die derzeit 255 Mio. Euro Förder- und Investitionsmittel1 für die Etablierung der Fusionstechnologie sollten abgezogen und für den Ausbau der erneuerbaren Energien verwendet werden.
Die Reduktion der Investitionen in die Fusionsforschung ermöglicht es, Ressourcen effizienter zu nutzen und kurzfristige Emissionsziele schneller zu erreichen, indem Mittel in den Ausbau erneuerbarer Energien umgeleitet werden. Da die Kernfusion frühestens 2045 einsatzbereit sein wird, ist es entscheidend, jetzt in Technologien zu investieren, die sofort zur Erreichung der Klimaziele beitragen können.
Fusionstechnologie steht frühestens 2045 bereit.
Es braucht enorme Investitionen, um international den Anschluss in der Technologie zu halten.
Ausführliche Maßnahmenbeschreibung
Angesichts der langwierigen Forschungsprozesse und der dringenden Notwendigkeit, die Emissionen schnell zu senken, sollen staatliche Mittel für Fusionsforschung begrenzt werden. Stattdessen sollen diese Mittel verstärkt in den Ausbau erneuerbarer Energien fließen, wo sie unmittelbarer zur Erreichung der Klimaziele beitragen können.
Die Kernfusion wird häufig als eine vielversprechende Lösung für die Herausforderungen der Energiewende dargestellt. Ihre grundlastfähigen Eigenschaften, Skalierbarkeit und der geringe Bedarf an global verfügbaren Ressourcen machen sie zu einer attraktiven Option. Zudem lässt sich die Kernfusion nahtlos in die bestehende Energieinfrastruktur integrieren. Allerdings prognostizieren internationale Expert:innen, dass das erste Fusionskraftwerk erst im Jahr 2045 realisiert wird, vorausgesetzt es treten keine unvorhergesehenen Komplikationen auf. Die Nutzung fossiler Brennstoffe bis zu diesem Zeitpunkt wäre zu spät, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu einzuhalten, insbesondere angesichts der Tatsache, dass ein einzelnes Kraftwerk nicht ausreicht. Daher sollte die Entwicklung der Kernfusion nicht den Ausbau erneuerbarer Energien behindern, sondern vielmehr als Technologie zur Reduzierung von Restemissionen und zur Kapazitätserweiterung nach 2045 dienen.
Deutschland plant bereits erhebliche Investitionen in Höhe von 370 Millionen Euro bis 2028 und hat die Gründung der "Pulsed Light Technologies GmbH" angekündigt. In Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft soll diese Gesellschaft die Entwicklung der Infrastruktur für die lasergetriebene Fusion vorantreiben. Die Investitionen sollen bis 2030 auf eine Milliarde Euro ansteigen. Trotz dieser Bemühungen sind die Investitionen in Ländern wie den USA größer, und Deutschland läuft Gefahr, den Anschluss zu verlieren, obwohl die Voraussetzungen für die Forschung aufgrund breiter bisheriger Aktivitäten gut sind.
Demnach stellt sich die schwierige Frage der Höhe der Fördermittel. Mit mehr Fördermitteln könnte Deutschland in über 20 Jahren bei einer relevanten Technologie beteiligt sein, wobei dies trotz hoher Investitionen nicht garantiert ist. Allerdings könnten die Mittel stattdessen in der entscheidenden Phase der Tranformation zur nachhaltigen Energieversorgung in den Ausbau erneuerbarer Energien investiert werden. Schließlich wird die Kernfusion zu spät bereitstehen, um die 1,5 oder 2,0 Grad Grenze einzuhalten.
Potentiale
Wenn andere Länder schneller in der Forschung und Erarbeitung der Maßnahmen sind, sind die getätigten Investitionen erfolglos.
Risiken
Ohne ausreichend Investitionen in die Forschung und Infrastruktur, wird die Fusionstechnologie in anderen Ländern vorangetrieben und Deutschland verpasst die Chance bestehende Kapazitäten zu nutzen.
Quelle: Strategy& (2023)
Sollte Deutschland bis 2045 immer noch nicht klimaneutral sein, wäre die Fusion eine gute Lösung, die wegen zu geringer Investitionen nicht zur Verfügung stünde.
Strategy&, Korinski, A. (2023) Fusion Energy: The key to the future energy architecture
Hassanein, A., Sizyuk, V. (2021) Scientific Reports 11 2021, Potential design problems for ITER fusion device
Bundesministerium für Bildung und Forschung (2023) Positionspapier, Fusionsforschung - Auf dem Weg zur Energieversorgung von morgen
Alexander, N., Betti, R., et al. (2021) Memorandum Laser Inertial Fusion Energy
Hörning, G., Keck, G., & Lattewitz, F. (n.d.) (2023) Fusionsenergie-eine akzeptable Energiequelle der Zukunft?
Zuständige Bundesminister:innen
Bundestagsabgeordnete aus den zuständigen Ausschüssen
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