Um den Anteil erneuerbarer Energieträger am Endenergieverbrauch von derzeit 20 % auf 100 % bis spätestens 2035 zu erhöhen, müssen wir den jährlichen Zubau von Wind- und Photovoltaikanlagen deutlich erhöhen. In den Jahren 2018 und 2019 wurden im Schnitt nur 6 GW/Jahr zugebaut. Je nach Zusammensetzung der Erzeugungsleistung und Anlagenlebensdauer kann eine Steigerung auf 40 GW/Jahr und mehr notwendig werden.
Ein Teil dieses Ausbaus wird dezentral von Energiegemeinschaften umgesetzt. Dies allein reicht jedoch nicht aus. Vor allem für den hohen Energiebedarf der Industrie werden große regionale Kraftwerke in Form von Solar- und Windenergieanlagen benötigt, die große Mengen Strom erzeugen und die unabhängig agierenden Energiegemeinschaften ergänzen.
Der Ausbau muss räumlich koordiniert werden, um eine stabile flächendeckende Energieversorgung zu gewährleisten. Dazu müssen Energiebedarfs- und erzeugungspläne erstellt, die Netzentwicklungsplanung koordiniert, Ausbauziele pro Kommune festgelegt und die verschiedenen Planungsschritte überwacht werden. Auch Ausschreibungsverfahren sind nötig.
Für diese Infrastrukturplanung und Koordinationsaufgaben ist die Einrichtung einer staatlichen Energieausbauagentur sinnvoll.
Um diese Aufgaben effizient zu bewältigen, muss die Energieausbauagentur ein digitales Abbild (sog. „digital twin“) der deutschen Energielandschaft aufbauen. Hier werden alle relevanten Daten zu Flächen, Wetter, Verbrauch, Netzen und Erzeugungsanlagen in ein Analyse-, Simulations- und Planungstool integriert. So können auch langfristige und kostenintensive Projekte trotz der dynamischen Marktentwicklung auf einer soliden Datenbasis geplant werden.
Für 100 Prozent erneuerbare Energien in Deutschland ist eine koordinierte Ausbauplanung notwendig.
Um zu verhindern, dass latente und manifeste Verteilungsprobleme die um die Jahrtausendwende eingeleitete Energiewende gefährden, ist eine koordinierte Politik der verschiedenen politischen Ebenen unabdingbar.
Quelle: Benz, A. (2019)
Ziele dieses Sektors
Einrichtung einer zentralen Steuerungsstelle des Ausbaus erneuerbarer Energien
Geordneter und geplanter Ausbau der Erneuerbaren
Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung,Leonard, G. et al. (2021). 100 Prozent erneuerbare Energien für Deutschland: Koordinierte Ausbauplanung notwendig
Benz, A. (2019). Der moderne Staat – Zeitschrift für Public Policy, Recht und Management, Koordination der Energiepolitik im deutschen Bundesstaat
Germanzero (2022). Stephan Breidenbach et al., 1,5 Grad Gesetzespaket, S. 189
Zuständige Bundesminister:innen
Bundestagsabgeordnete aus den zuständigen Ausschüssen
Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung,Leonard, G. et al. (2021). 100 Prozent erneuerbare Energien für Deutschland: Koordinierte Ausbauplanung notwendig
Benz, A. (2019). Der moderne Staat – Zeitschrift für Public Policy, Recht und Management, Koordination der Energiepolitik im deutschen Bundesstaat
Germanzero (2022). Stephan Breidenbach et al., 1,5 Grad Gesetzespaket, S. 189
Zuständige Bundesminister:innen
Bundestagsabgeordnete aus den zuständigen Ausschüssen