Die Digitalisierung prägt die Geschäftsmodelle im Energiehandel maßgeblich, wobei innovative Technologien wie Smart Metering, Peer-to-Peer-Plattformen und Blockchain eine entscheidende Rolle spielen. Der Staat kann für deren EInsatz regulatorisch förderliche Bedingungen setzen und die jeweiligen Technologien auf unterschiedliche Weisen vorantreiben.
Die genannten Technologien ermöglichen nicht nur den Aufbau von virtuellen Kraftwerken und Smart Grids, sondern tragen auch zur Transformation von einem zentralen zu einem dezentralen Energiesystem bei. Im Fokus stehen dabei die Ziele der Energiewende: Wirtschaftlichkeit, Umweltverträglichkeit und Versorgungssicherheit.
Der Roll-Out von Smart-Metern wurde eingeleitet und bis 2030 sollen alle Abnehmer von 6.000 kW jährlich mit einem Smart-Meter ausgestattet sein.
Quelle: Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende
Daten sind die Grundlage für eine Energiewende.
Quelle: Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (2022)
Digitale Technologien haben Auswirkung auf die Erzeugung, den Handel, die Übertragung und den Vertrieb.
Quelle: Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (2022)
Ausführliche Maßnahmenbeschreibung
Während große Unternehmen der Energiewirtschaft ihre Prozesse bereits digitalisieren, stehen viele kleinere Akteure erst am Anfang dieses Transformationsprozesses. Fachkräftemangel, bürokratischer Aufwand und fehlende regulatorische Rahmenbedingungen bremsen die Entwicklung bei kleineren Abnehmern und Erzeugern. Der dynamische Ausgleich von Angebot und Nachfrage erfordert Millionen von Transaktionen, die ein effizientes Zusammenspiel ermöglichen. Hier sind Weiterentwicklungen im Informationsaustausch zwischen Verteilnetzbetreibern und Übertragungsnetzbetreibern, im Engpassmanagement sowie in der Marktkommunikation und Regulierung notwendig.
Der Peer-to-Peer-Handel von Energietransaktionen erfordert fortschrittliche digitale Plattformlösungen, insbesondere unter Einbeziehung der Blockchain-Technologie. Diese ermöglicht eine automatisierte, fälschungssichere und dezentrale Speicherung von Transaktionen. Durch die Integration von Smart Contracts können Schwankungen der dezentralen, erneuerbaren Energieerzeugung und des Verbrauchs der Haushalte in Echtzeit aufeinander abgestimmt werden. Wesentliche Voraussetzungen hierfür sind eine angepasste Marktkommunikation, Echtzeitprognosen für dezentrale Akteure, lokale Marktmechanismen und Technologien zur Verarbeitung großer Datenmengen sowie moderne Anlagenregister.
Insgesamt ist eine umfassende, koordinierte und langfristige Strategie erforderlich, um die digitale Transformation im Energiebereich zu unterstützen. Der Staat spielt dabei eine zentrale Rolle als Initiator und Gestalter dieser Veränderungen.
Potentiale
Digitalisierung ermöglicht intelligentere, zuverlässigere, effizientere und nachhaltigere Energiesysteme, beispielsweise durch die
Kopplung der Sektoren sowie durch die Hebung von Flexibilität.
Digitale Technologien im Energiesektor eröffnen vielfältige Chancen für Unternehmen, ihre bestehenden Geschäftsmodelle zu optimieren oder innovative Modelle zu gestalten, um dadurch neue Einnahmequellen zu generieren.
Digitalisierung ermöglicht durch die zeitnahe Übermittlung von Daten eine präzise Darstellung der physischen Gegebenheiten im Stromnetz sowie die Einführung von flexiblen Tarifen für Endverbraucher:innen.
Digitale Technologien können dazu führen, dass Nutzer*innen eigenmotiviert Geräte tauschen oder Energie einsparen und sich dadurch auch in anderen Lebens- und Konsumbereichen umweltbewusster verhalten
Quelle: Ökologisches Wirtschaften (2021)
Die Digitalisierung ermöglicht zudem eine effektivere Einbindung von Akteuren und Stakeholdern in energiepolitische und -wirtschaftliche Prozesse durch den Einsatz digitaler Tools. Plattformen und Instrumente zur Information, Teilnahme an politischen Entscheidungsprozessen oder zur Kundenbindung in digitalen Geschäftsmodellen vereinfachen die Vernetzung und Integration verschiedener Akteure
Risiken
Bestehende Aggregatoren bündeln dezentrale Energien zu virtuellen Kraftwerken und bieten sie auf zentralen Strommärkten an. Produkte umfassen Energiemengen kleiner Anlagen und Demand-Response von Gewerbekunden. Die Sonnen GmbH aggregiert Stromspeicher privater Kunden und ist seit 2018 für Primärregelleistung präqualifiziert, einzigartig mit einem virtuellen Netzwerk von Heimspeichern.
Babilon L, Battaglia M, Robers M (2022) Energy Communities: Beschleuniger der dezentralen Energiewende, Deutsche Energie-Agentur
Gährs S, Bluhm H, Kütemeyer L (2022) Nachhaltige Digitalisierung einer dezentralen Energiewende. Institut für ökologische WIrtschaftsforschung
Gährs S, Aretz A, Rohde F, Zimmermann H (2021) Digitalizing the energy system in a sustainable way. ÖW 36:28–32. https://doi.org/10.14512/OEWO360128
Deckert A, Dembski F, Ulmer F et al. (2020) Digital tools in stakeholder participation for the German Energy Transition. Can digital tools improve participation and its outcome? In: The role of public participation in energy transitions. Elsevier, pp 161–177
Hirschl B, Aretz A, Bost M, Tapia M (2018) Vulnerabilität und Resilienz des digitalen Stromsystems, Institut für ökologisches Wirtschaften.
Babilon L, Battaglia M, Robers M (2022) Energy Communities: Beschleuniger der dezentralen Energiewende. Deutsche Energie-Agentur
Zuständige Bundesminister:innen
Bundestagsabgeordnete aus den zuständigen Ausschüssen
Bestehende Aggregatoren bündeln dezentrale Energien zu virtuellen Kraftwerken und bieten sie auf zentralen Strommärkten an. Produkte umfassen Energiemengen kleiner Anlagen und Demand-Response von Gewerbekunden. Die Sonnen GmbH aggregiert Stromspeicher privater Kunden und ist seit 2018 für Primärregelleistung präqualifiziert, einzigartig mit einem virtuellen Netzwerk von Heimspeichern.
Babilon L, Battaglia M, Robers M (2022) Energy Communities: Beschleuniger der dezentralen Energiewende, Deutsche Energie-Agentur
Gährs S, Bluhm H, Kütemeyer L (2022) Nachhaltige Digitalisierung einer dezentralen Energiewende. Institut für ökologische WIrtschaftsforschung
Gährs S, Aretz A, Rohde F, Zimmermann H (2021) Digitalizing the energy system in a sustainable way. ÖW 36:28–32. https://doi.org/10.14512/OEWO360128
Deckert A, Dembski F, Ulmer F et al. (2020) Digital tools in stakeholder participation for the German Energy Transition. Can digital tools improve participation and its outcome? In: The role of public participation in energy transitions. Elsevier, pp 161–177
Hirschl B, Aretz A, Bost M, Tapia M (2018) Vulnerabilität und Resilienz des digitalen Stromsystems, Institut für ökologisches Wirtschaften.
Babilon L, Battaglia M, Robers M (2022) Energy Communities: Beschleuniger der dezentralen Energiewende. Deutsche Energie-Agentur
Zuständige Bundesminister:innen
Bundestagsabgeordnete aus den zuständigen Ausschüssen