Mittels Kernspaltung kann emissionsarm Energie gewonnen werden. Der Neubau von Atomkraftwerken bietet daher grundsätzlich Potenzial zur Emissionsreduktion, wird jedoch durch verschiedene Risiken in Frage gestellt.
Neue Atomkraftwerke könnten die Versorgungssicherheit erhöhen, indem sie sowohl als zuverlässige Grundlastquelle als auch zur Überbrückung von Dunkelflauten dienen, wenn Sonne und Wind nicht ausreichend Energie liefern.8 Zudem zeichnen sich Atomkraftwerke durch geringe Betriebskosten aus. 7
Der Bau eines Atomkraftwerks hat in Frankreich 12 Milliarden Euro gekostet.
Quelle: Frankfurter Rundschau (2023)
Atomkraft hat nach dem IPCC einen relativ kleinen ökologischer Fußabdruck. Je nach Berechnung bis zu 180 Gramm CO2 pro kWh über den gesamten Lebenszyklus verteilt, was ein Bruchteil der Emissionen von fossilen Energieträgern ist (Bspw. 675 -1 689 Gramm CO2 pro kWh bei Kohle).
Quelle: Muelner et al. (2021)
Ausführliche Maßnahmenbeschreibung
Die Atomkraft wird oft als zuverlässige Quelle für Grundlaststrom und als Lösung für Dunkelflauten angesehen, da sie kontinuierlich und stabil Energie liefern kann. Trotz dieser Vorteile stehen ihr erhebliche wirtschaftliche und sicherheitstechnische Herausforderungen gegenüber, die ihre langfristige Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit infrage stellen.
Während der Betrieb von Atomkraftwerken emissionsfrei ist, verursacht der Bau der Anlagen, die Gewinnung, Verarbeitung und der Transport von Brennstoffen sowie deren Endlagerung erhebliche Treibhausgasemissionen.
Die bisherigen Investitionen in die Atomkraft in Deutschland haben gezeigt, dass diese Technologie wirtschaftlich nicht tragfähig ist. Die Errichtung neuer Atomkraftwerke dauert Jahrzehnte und verursacht immense Kosten, die im Vergleich zu erneuerbaren Energien nicht wettbewerbsfähig sind.
Die größten Hürden für den Neubau von Atomkraftwerken sind die extrem langen Planungs- und Bauzeiten sowie die hohen Kosten. Weitere Herausforderungen sind die sichere Endlagerung hochradioaktiver Abfälle und die Abhängigkeit von Brennstoffimporten aus politisch instabilen Regionen. Zudem birgt der Betrieb von Atomkraftwerken Risiken wie mögliche Unfälle, Sabotage oder Terroranschläge.
Der Neubau von Atomkraftwerken ist aufgrund der hohen Kosten, langen Bauzeiten und erheblichen Risiken keine tragfähige Option für die Erreichung der Klimaneutralität. Die Investitionen sollten stattdessen in erneuerbare Energien fließen, die schneller, sicherer und kostengünstiger zur Emissionsminderung beitragen können.
Potentiale
Sie benötigen weniger Landfläche als Solar- und Windkraftanlagen. Ein typisches Kernkraftwerk, das 1000 Megawatt Strom erzeugt, nimmt etwa eine Quadratmeile ein, während ein Solarpark oder eine Windkraftanlage, die dieselbe Energiemenge erzeugt, deutlich mehr Fläche beanspruchen.
Quelle: Tichy G (2023)
Risiken
Trotz strenger Sicherheitsvorkehrungen bleibt das Risiko schwerer Unfälle in Atomkraftwerken bestehen. Die Ereignisse von Tschernobyl und Fukushima haben gezeigt, dass nukleare Unfälle katastrophale Folgen haben, die zu langen Umweltverschmutzungen, langfristigen Gesundheitsschäden und hohen wirtschaftlichen Kosten führen. Die volkswirtschaftlichen Gesamtschäden durch Unfälle an Atomkraftwerken belaufen sich auf insgesamt 471 Mrd. Dollar.
Die Entsorgung von Atommüll stellt ein erhebliches Problem dar. Radioaktive Abfälle sind extrem giftig und müssen über Tausende von Jahren sicher gelagert werden. Bis heute gibt es keine endgültig sichere Methode zur Endlagerung, und die Zwischenlagerung birgt erhebliche Risiken für die Umwelt und die menschliche Gesundheit.
Die Kosten zur Entsorgung des Atommülls sind nur schwer absehbar. Eine 2015 im Auftrag der Bundesregierung durchgeführte Schätzung einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beziffert die Gesamtkosten für die Stilllegung der Atomkraftwerke und das Management der radioaktiven Abfälle auf 47,5 Milliarden Euro. Die Kosten für die Endlagerung werden auf etwa 8,3 Milliarden Euro geschätzt. Die Kosten für die Endlagerung werden auf ungefähr 8,3 Milliarden Euro geschätzt.
Der Bau neuer Kernkraftwerke ist extrem teuer und dauert viele Jahre. Diese hohen Investitionskosten und die lange Amortisationszeit machen die Kernenergie wirtschaftlich unattraktiv. Zudem besteht das Risiko, dass sich während der Bauzeit die technologischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ändern, was zu Mehrkosten und möglichen Fehlinvestitionen führen kann. Durch den Ausstieg aus der Förderung der Kernenergie werden erhebliche finanzielle Mittel frei, die für den Ausbau der erneuerbaren Energien genutzt werden können. Erneuerbare Energien wie Wind-, Solar- und Biomassekraftwerke sind nicht nur kostengünstiger, sondern auch schneller realisierbar als der Neubau von Atomkraftwerken.
Frankfurter Rundschau (2023) Frankreich nimmt neues Atomkraftwerk in Betrieb – für 12 Milliarden Euro.
Tichy G (2023) Vor- und Nachteile der Kernernergie.
Technische Universität Berlin, Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (2023) Ökonomische Aspekte der Atomkraft.
Green Budget Germany (GBG), Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft e.V (2010) Staatliche Förderung der Atomenergie im Zeitraum 1950 – 2010.
Nikolaus Muellner, Nikolaus Arnold, Klaus Gufler, Wolfgang Kromp, Wolfgang Renneberg, Wolfgang Liebert (2021) Nuclear energy - The solution to climate change, Energy Policy, Volume 155, August 2021, 112363
Massachusetts Institute of Technology (2018) The Future of Nuclear Energy in a Carbon-Constrained World
IPCC Special Report on Renewable Energy Sources and Climate Change Mitigation (2014) Kapitel 9: "Nuclear Energy," Seite 542.
Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages, WD 5 - 3000 - 090/21, Seite 6.
Zuständige Bundesminister:innen
Bundestagsabgeordnete aus den zuständigen Ausschüssen
Frankfurter Rundschau (2023) Frankreich nimmt neues Atomkraftwerk in Betrieb – für 12 Milliarden Euro.
Tichy G (2023) Vor- und Nachteile der Kernernergie.
Technische Universität Berlin, Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (2023) Ökonomische Aspekte der Atomkraft.
Green Budget Germany (GBG), Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft e.V (2010) Staatliche Förderung der Atomenergie im Zeitraum 1950 – 2010.
Nikolaus Muellner, Nikolaus Arnold, Klaus Gufler, Wolfgang Kromp, Wolfgang Renneberg, Wolfgang Liebert (2021) Nuclear energy - The solution to climate change, Energy Policy, Volume 155, August 2021, 112363
Massachusetts Institute of Technology (2018) The Future of Nuclear Energy in a Carbon-Constrained World
IPCC Special Report on Renewable Energy Sources and Climate Change Mitigation (2014) Kapitel 9: "Nuclear Energy," Seite 542.
Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages, WD 5 - 3000 - 090/21, Seite 6.
Zuständige Bundesminister:innen
Bundestagsabgeordnete aus den zuständigen Ausschüssen