Um den Schienenfernverkehr, Schienennahverkehr und den Schienengüterverkehr attraktiver zu gestalten, braucht es eine Kostenentlastung im Betrieb. Dafür sollen die Trassenpreise – die "Schienenmaut", die auf allen Strecken und für alle Züge fällig ist - gesenkt und die Stromsteuer völlig abgeschafft werden. Die Trassenpreise sollen weiterhin nach CO2-Emissionen gestaffelt werden.
Die aktuell hohen Trassenpreise stellen im Fernverkehr eine Markteintrittsbarriere dar 8 und erschweren im Güterverkehr den wirtschaftlichen Betrieb.7 9 Eine Senkung der Trassenpreise kann den Wettbewerb fördern und Betriebskosten senken. So können niedrigere Preise und/oder bessere Qualität für die Kundschaft erreicht werden.
Die Staffelung der Trassenpreise nach CO2-Emissionen setzt Anreize, um den Schienenverkehr auch ohne neue Oberleitungen weiter zu elektrifizieren und emissionsärmer zu gestalten.
Eine langfristige Finanzierung ermöglicht der Industrie den Aufbau von Kapazitäten für die Digitalisierung und den Infrastrukturausbau. Dies fördert letztlich die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit des Schienenverkehrs, stärkt die flächendeckende Anbindung und schafft die Grundlage für den Deutschlandtakt.
Insgesamt trägt die Maßnahme erheblich dazu bei, den Schienenverkehre zu einer echten Alternative gegenüber dem Pkw, Lkw und Flugzeug zu machen.
Deutschland besteuert den Strom für den Bahnverkehr stärker als jedes andere EU-Land mit 1,14 Cent pro kWh. Diverse europäische Länder erheben gar keine Steuer auf Bahnstrom.
Quelle: Allianz pro Schiene (2023b)
Deutschland erhebt im europäischen Vergleich hohe Trassenpreise ("Schienenmaut"), im Fernverkehr sogar mit 15,5 Euro pro Zugkilometer die höchsten.
Quelle: mofair / NEE (2023)
62 % des Schienennetzes in Deutschland sind nicht elektrifiziert. Dadurch werden besonders im Nahverkehr noch 21 % der Zugkilometer mit Diesel betrieben. Auf Strecken ohne Oberleitungen können elektrische Züge eingesetzt werden, entweder batterieelektrische oder bei höherem Gesamtgewicht ggf. auch Züge, die auf Wasserstoffbrennstoffzellen basieren.
Quelle: BMDV (2021)
Während die Schweiz im Jahr 2022 pro Kopf 450 Euro in die Schieneninfrastruktur investiert, sind es in Deutschland 114 Euro.
Quelle: Allianz pro Schiene (2023)
Im Jahr 2019 beförderte die Bahn in Deutschland 151 Millionen Fahrgäste im Fernverkehr und 2,77 Milliarden Fahrgäste im Nahverkehr — mit dem Deutschlandtakt (für den diese Maßnahme u.a. die Grundlage bildet) sollen sich diese Zahlen bis 2030 verdoppeln.
Quelle: BMDV (2024)
Ausführliche Maßnahmenbeschreibung
Die Trassenpreise für den Schienenverkehr sollen deutlich gesenkt werden, z. B. durch eine Halbierung, anstatt sie weiter anzuheben.7 Die Trassenpreise sollten sich – wie von der EU als Regelfall vorgesehen – an den unmittelbaren Kosten der Zugfahrt orientieren.6 Die Trassenpreisförderung im Güterverkehr kann damit gestrichen werden.
Zudem soll die Stromsteuer mindestens gesenkt werden oder nach dem Vorbild diverser europäischer Länder für Eisenbahn-Fahrstrom ganz entfallen. Deutschland erhebt mit 1,14 ct/kWh europaweit die höchste Stromsteuer auf Eisenbahn-Fahrstrom.5 Zudem muss die langfristige Finanzierung für die Digitalisierung sowie für den Ausbau der Infrastruktur gesichert werden.
Der derzeitige Elektrifizierungsgrad des Schiennetzes beträgt etwa 62 %. Laut Koalitionsvertrag soll dieser Anteil weiter gesteigert werden. Allerdings sind Oberleitungen nicht überall wirtschaftlich und sinnvoll. Eine Staffelung der Trassenpreise nach den CO2-Emissionen der Zugfahrt setzt Anreize, auf nicht elektrifizierten Strecken alternative Antriebe wie batterieelektrische Züge oder Züge basierend auf Wasserstoffbrennstoffzellen zu nutzen. Im Güterverkehr kann es sinnvoll sein, regenerative E-Fuels anzurechnen, um den Anreiz für CO2-Reduktion weiter zu verstärken.2 10
Für die Digitalisierung und den Infrastrukturausbau muss die langfristige Finanzierung sichergestellt werden. Bei der Digitalisierung geht es um den Ausbau des Europäischen Zugsicherungssystems (ETCS) zur Harmonisierung des europäischen Eisenbahnverkehrs, die Einführung der digitalen automatischen Kupplung und die Modernisierung der Stellwerktechnik.
Die langfristige Planung und Finanzierung sind ausschlaggebend, um sicherzustellen, dass diese Maßnahmen nicht durch kurzfristige Budgetschwankungen gefährdet werden und um zu verhindern, dass die Finanzierung in Form von Preissteigerungen auf die Bahnbetreiber:innen und Kund:innen abgewälzt wird.
Zur Gegenfinanzierung dieser Maßnahmen können verschiedene Quellen herangezogen werden: Die Ausweitung der CO2-basierten Lkw-Maut und Pkw-Steuern (z. B. CO2-Erstzuslassungssteuer, gewichtsbasierte Kfz-Steuer, Pkw-Maut) sowie ggf. freiwerdende Gelder infolge eines Straßenbaumoratoriums.
Allianz pro Schiene (2024): Elektrifizierung erklärt: Das Schienennetz muss unter Strom stehen.
BMDV (Bundesministerium für Digitales und Verkehr, 2021): Mit der Elektrobahn klimaschonend in die Zukunft – Das Bahn-Elektrifizierungsprogramm des Bundes.
Allianz pro Schiene (2023): Pro-Kopf-Investitionen ins Bahnnetz leicht gesunken.
BMDV (Bundesministerium für Digitales und Verkehr, 2024): Fakten. Menschen, Wirtschaft und der Umwelt den Vorzug geben. Bahnfahren auf neuem Niveau.
Allianz pro Schiene (2023b): Wettbewerbsbedingungen
KCW GmbH (2019): Railmap 2030. Bahnpolitische Weichenstellungen für die Verkehrswende. Im Auftrag von Agora Verkehrswende
NEE (Netzwerk Europäischer Eisenbahnen e.V., 2024): Güterbahn-Unternehmen gehen gemeinsam gerichtlich gegen massive Trassenpreiserhöhungen vor
mofair / NEE (mofair e. V. / Netzwerk Europäischer Eisenbahnen e.V., 2023): 8. Wettbewerber-Report Eisenbahnen. 2023/24.
DVZ (2024): Trassenpreise sollen weiter steigen.
UBA (Umweltbundesamt, 2024): Schwere Lasten. Große Aufgabe. Ein Ziel. Umweltschonender Güterverkehr: international, national, lokal.
Zuständige Bundesminister:innen
Bundestagsabgeordnete aus den zuständigen Ausschüssen
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