Die gegenwärtige Speicher-Strategie der Bundesregierung ist ein Schritt in die richtige Richtung. Sie muss allerdings weiterentwickelt werden, damit sie alle Energiesysteme umfasst, Flexibilitäten in Speichertechnologien unterstützt und den Ausbau erneuerbarer Energien einbezieht.1 Entscheidend ist dabei der Abbau finanzieller und bürokratischer Hemmnisse. So soll bis 2030 der Ausbau von bis zu 100GWh Speicherkapazität gelingen.
Neben dem Netzausbau bilden Speicher eine notwendige Säule der Energiewende, um zukünftige Energieschwankungen auszugleichen.2 Zentral ist die Netzentgeltbefreiung für Speicherbetreibende, da diese ansonsten doppelt zahlen müssten, vor und nach der Speicherung. Daraus entsteht ein Wettbewerbsnachteil. Die Aussetzung gilt bisher nur bis 2029, was für Planungsschwierigkeiten insbesondere bei Großspeichern sorgt.3 Deswegen muss eine konkretisierte Strategie mit Zielen und zugehörigen Zeitplänen 3 so früh wie möglich erstellt werden, damit Speicher gezielter ausgebaut werden können. 4
Die meisten Speicher haben einen Wirkungsgrad von über 90%. Besonders geringe Energieverluste verzeichnen supraleitende magnetische Energiespeicher mit einem konstanten Wirkungsgrad von über 95%.
Quelle: Statista (2019)
Um die weltweite Kapazität der erneuerbaren Energien bis 2030 zu verdreifachen und gleichzeitig die Stromversorgungssicherheit aufrechtzuerhalten, muss die Energiespeicherung versechsfacht werden.
Es gibt viele unterschiedliche Arten von Speichern, die sich darin unterscheiden, in welcher Form Energie gespeichert wird. Generell wird unterschieden in chemische, elektro-chemische, thermische, mechanische und elektrische Energiespeicher. Je nach Speicherart sind die Anwendungsmöglichkeiten unterschiedlich. So werden manche Speicher für kurzfristige Schwankungen, manche für Tag-und-Nacht-Unterschiede und manche für saisonale Schwankungen verwendet.
Quelle: Kyon Energy (2024)
Rechtliche Grundlage
Hier geht es um eine Anpassung der Strategie. Bezüglich der Netzentgeltbefreiung müsste § 118 Absatz 6 Energiewirtschaftsgesetz angepasst werden. Zudem wäre die Anpassung des § 35 BauGB notwendig, um den Bau im Außenbereich zu erleichtern.
Ausführliche Maßnahmenbeschreibung
Als Basis müsste der Netzausbau eng mit der Speicher-Strategie verbunden sein. Damit könnten Speicher gezielt an den Energiequellen ausgebaut und die Zusammenarbeit der beteiligten Akteure (Verwaltung, Industrie, Energiewirtschaft) innerhalb des Zeitplans - 100GWh bis 2030 [Quelle08] - stark erleichtert werden. Durch die Verzahnung der Sektoren könnte ein flexibler Ausbau mit unterschiedlichen Speichertechnologien maßgeblich unterstützt werden.10 Um die Speicherstrategie zudem kostengünstig umzusetzen, sollten die Flexibilitäten beim Verbrauch bedacht werden, 4 um die Marktwerte der Erneuerbaren nicht negativ zu beeinflussen.11 Um rechtliche Hemmnisse zu überwinden, müssen Vereinfachungen wie die Befreiung der Speicher von Netzentgelten, die Vereinheitlichung von Baukostenzuschüssen und Genehmigungsbeschleunigungen sowie die Anpassung des Wegenutzungsrecht schnellstmöglich beschlossen werden.1
Hintergrund
Speicher waren in der Vergangenheit aufgrund der Netzentgelte, die für Speicher doppelt anfielen (jeweils beim Speichern und beim Abgeben), häufig nicht wirtschaftlich und wurden daher nicht ausgebaut. Für viele Technologien fehlen heute Anreize und Förderungen, weswegen in den letzten 20 Jahren in Deutschland z.B. kein Pumpspeicherwerk gebaut wurde.9 Bis zu einem erneuerbaren Energie Anteil von 40-60% können Speicher bislang außerdem kostengünstig durch konventionelle Kraftwerke ersetzt werden. 4
Potentiale
Eine aktuelle Studie im Auftrag von BayWa r. e., ECO STOR, enspired, Fluence und Kyon Energy beziffert den möglichen Mehrwert aus Einsparungen am Großhandelsmarkt durch Großbatteriespeicher allein auf etwa 12 Milliarden Euro bis zum Jahr 2050.
Quelle: Frontier Economics (2023)
Risiken
Batteriespeicher sind eindeutig unabdingbar für die Energiewende. Allerdings bringen sie einen negativen Aspekt mit sich. Statt sich von Gas aus Russland abhängig zu machen, macht die EU sich von China abhängig. Das liegt daran, dass mehr als ¾ aller Batterien aus China kommen.
Quelle: Spektrum (2023)
Wasserstoff kommt als einer der wenigen Speicher für den Ausgleich saisonaler Energie-Schwankungen in Frage und wird von der Bundesregierung fest dafür eingeplant. Allerdings ist Wasserstoff sehr ineffizient. Auf dem Weg von Energieeinspeisung über Elektrolyse zu Energieausgabe gehen die Hälfte bis 2/3 der Energie verloren. Zusätzlich würde der benötigte Ausbau 10 Mrd. Euro kosten.
Quelle: Spektrum (2023)
Für den LandkreisGörlitz ist eine Gesamtstrategie für den Energie und Netzausbau entwickelt worden, wobei es darum ging wie schnell, mit welchen Maßnahmen und in welcher Reihenfolge die Transformation der Energieversorgung umgesetzt werden kann, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden.
Bundesverband Erneuerbare Energien (2024) BEE-Stellungnahme zur Stromspeicherstrategie des BMWK
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (2023) Stromspeicher-Strategie
Energiewirtschaftsgesetz vom 7. Juli 2005 (BGBl. I S. 1970, 3621), das zuletzt durch Artikel 26 des Gesetzes vom
15. Juli 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 236) geändert worden ist
Agora Energiewende (2014) Studie Stromspeicher in der Energiewende
Statista (2019) Wirkungsgrad von Stromspeichern nach Speichertechnologie
Internationale Energieagentur (2023) Batteries and Secure Energy Transitions Energy Outlook Special Report
Kyon Energy (2024) Elektrischer Energiespeicher.
Accessed: 13. September 2024
Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (2022) Kurzstudie Batteriesgroßspeicher
ZDF (2023) Ausbau von Energiespeichern läuft schleppend.
Accessed: 13. September 2024
Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie (2023) Projektbericht Gesamtstrategie für den Energie- und Netzausbau im Landkreis Görlitz
Fraunhofer Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik und weitere (2021) Studie Neues Strommarktdesign
Frontier Economics (2023) Wert von Großbatteriespeichern im deutschen Stromsystem
Spektrum (2023) Grüter T, Strom speichern mit Eisen, Natrium und Schwerkraft. Accessed: 13 September.2024
Zuständige Bundesminister:innen
Bundestagsabgeordnete aus den zuständigen Ausschüssen
Für den LandkreisGörlitz ist eine Gesamtstrategie für den Energie und Netzausbau entwickelt worden, wobei es darum ging wie schnell, mit welchen Maßnahmen und in welcher Reihenfolge die Transformation der Energieversorgung umgesetzt werden kann, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden.
Bundesverband Erneuerbare Energien (2024) BEE-Stellungnahme zur Stromspeicherstrategie des BMWK
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (2023) Stromspeicher-Strategie
Energiewirtschaftsgesetz vom 7. Juli 2005 (BGBl. I S. 1970, 3621), das zuletzt durch Artikel 26 des Gesetzes vom
15. Juli 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 236) geändert worden ist
Agora Energiewende (2014) Studie Stromspeicher in der Energiewende
Statista (2019) Wirkungsgrad von Stromspeichern nach Speichertechnologie
Internationale Energieagentur (2023) Batteries and Secure Energy Transitions Energy Outlook Special Report
Kyon Energy (2024) Elektrischer Energiespeicher.
Accessed: 13. September 2024
Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (2022) Kurzstudie Batteriesgroßspeicher
ZDF (2023) Ausbau von Energiespeichern läuft schleppend.
Accessed: 13. September 2024
Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie (2023) Projektbericht Gesamtstrategie für den Energie- und Netzausbau im Landkreis Görlitz
Fraunhofer Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik und weitere (2021) Studie Neues Strommarktdesign
Frontier Economics (2023) Wert von Großbatteriespeichern im deutschen Stromsystem
Spektrum (2023) Grüter T, Strom speichern mit Eisen, Natrium und Schwerkraft. Accessed: 13 September.2024
Zuständige Bundesminister:innen
Bundestagsabgeordnete aus den zuständigen Ausschüssen